CDU Borchen in der Presse
Gesetz gegen das Grundschulsterben
vom 09.11.2012
Kreis Paderborn. Viele Eltern, Lehrer und Grundschüler im Kreis Paderborn können aufatmen. Mit breiter Mehrheit hat der nordrhein-westfälische Landtag die Mindestgröße für Grundschulen gesenkt, Ausnahmeregelungen für Schulverbünde zugelassen und die Klassengrößen gesenkt.

„Das Gesetz lässt uns die nötige Luft zum Atmen“, zeigte sich der Paderborner Landtagsabgeordnete und Schulausschussvorsitzende der Stadt Lichtenau, Volker Jung, erleichtert. Gemeinsam mit den Ortsvorstehern von Etteln, Andreas Voss, und Schwaney, Hermann Striewe, hat der Herbramer einen Brief an Schulministerin Sylvia Löhrmann verfasst. Darin baten Sie erfolgreich um eine Aufhebung der Regelung, dass der jahrgangsübergreifende Unterricht eines Teilstandortes zwingend die gleiche Unterrichtsform für alle weiteren Standorte nach sich ziehen soll und umgekehrt. In den drei Orten der Ortsvorsteher wird derzeit jahrgangsübergreifend unterrichtet. „Dank einiger Ausnahmeregelungen sind wir nicht mehr grundsätzlich zu einem einheitlichen pädagogischen Konzept gezwungen“, freute sich Jung. Dies könne jede Kommune bei der Bezirksregierung beantragen.

Eine Grundschule muss künftig mindestens 92 Schüler haben, um fortbestehen zu dürfen. Bisher sind es 114. Gibt es in einer Gemeinde nur noch eine Grundschule, kann diese ab dem nächsten Schuljahr mit mindestens 46 Schülern fortbestehen – als Teilstandort in einem Grundschulverbund. „In Ausnahmefällen können aber auch Teilstandorte mit weniger als 46 Schülern fortgeführt werden“, betont Jung, der damit insbesondere den ländlichen Raum gestärkt sieht. „Die Novelle sichert uns ein qualitativ hochwertiges und wohnungsnahes Schulangebot zu.“

Die durchschnittliche Klassengröße soll zudem bis 2015 von 24 auf 22,5 Schüler sinken. Dafür werden 1.700 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung gestellt. In den vergangenen 15 Jahren mussten rund 360 Grundschulen in NRW schließen.



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Gegen das Grundschulsterben kleiner Dörfer protestierten die Ortsvorsteher (von links) Hermann Striewe aus Schwaney, Andreas Voss aus Etteln und Volker Jung aus Herbram.